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Aktuelles

erstellt von Pauline Lörzer

"Wenn die Mittagshexe kommt" - Von Sonne, Hitze und Dürre in Volkserzählungen

Da kam Schwesterchen zur Sonne. Die war heiß und fraß die kleinen Kinder. Da lief es weg.
Die sieben Raben. Postkartenserie nach dem Märchen. Serie von sechs Postkarten der Firma Uvachrom. Serie 320, Nr. 4889.
Ein unterhaltsamer und spannender Vortrag aus der Welt der Mythen, Sagen und Märchen am 24.09.2019 um 19.30Uhr

Die Sonne ist Grundlage allen Lebens. Wie sie auf die Erde kam und wie der Wechsel von Tag und Nacht und die Entstehung der Jahreszeiten vonstattenging, ist deshalb Bestandteil vieler Mythen. Genauso wie das Ende der Sonne – z.B. wenn in der nordischen Mythologie der Fenriswolf die Sonne verschlingt und so den Weltenuntergang Ragnarök einleitet. Der Schutz derselben  war deshalb in vielen Kulturen eminent. Personifiziert kommt sie daher auch in vielen Märchen vor, jedoch nicht immer nur als gute Lebensspenderin, wie die glühende, kinderfressende Sonne in Grimms „Die drei Raben“ zeigt.

Dass die Sonne nicht nur Fruchtbarkeit bringt, sondern im Übermaß auch schaden kann, zeigt sich darüber hinaus in vielen anderen Märchen, wie Theodor Storms berühmten Kunstmärchen „Die Regentrude“, in denen Trockenheit und Hitze die Handlung vorantreiben. Überlieferungen zufolge können diejenigen, die sich bei solcher Mittagshitze nicht ausruhen, sondern auf dem Feld ihrer Arbeit nachgehen, mit einem weiteren Naturgeist eher ungute Bekanntschaft machen: mit der Mittagsfrau Pšezpolnica.

Dass Sonne und Hitze so häufig eine Rolle spielt verwundert kaum, denn das Wetter war vor allem in der bäuerlichen Lebenswelt die Grundlage des alltäglichen Lebens und Überlebens. Der Vortrag begibt sich deshalb auf die sonnigen Spuren in Märchen, Mythen und Sagen und schaut, wie die Sonne und besonders die Hitze und Dürre ihren Weg in die Erzählgattungen gefunden hat.